Vier auf einen Streich

In den letzten Monaten haben auf der Strecke München-Ost-Mühldorf Bauarbeiten zur Erneuerung von drei Brücken sowie zum Neubau einer Brücke stattgefunden. Als letzter Schritt vor der Fertigstellung der Bauwerke wird über das lange Wochenende um Allerheiligen die Bahnstrecke gesperrt, um die neuen Brücken an Ort und Stelle einzusetzen.

Die Brücken in Walpertskirchen und Dorfen mussten bereits vor dem geplanten Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) modernisiert werden, da die Brücken schon knapp 100 Jahre alt sind. In Poing soll die alte Brücke an der Schwabener Straße durch eine Brücke über die Anzinger Straße ersetzt werden. Zudem entsteht am Haltepunkt Poing eine komplett neue Brücke.

Aber Brücke ist nicht gleich Brücke, daher kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, um die Bauwerke zu erneuern.

Deckel drauf

Für die neue Brücke an der Anzinger Straße in Poing wurden bereits im April 2019 die Bohrpfahlgründungen durch den Bahndamm erstellt. In der Zwischenzeit ist neben dem aktuellen Gleis der Deckel der Brücke, der sogenannte „Überbau“, entstanden. Dieser wird während der Streckensperrung Anfang November eingeschoben. Danach werden im Zuge der gleichen Streckensperrung Hilfsbrücken eingebaut, um die Widerlager für das 19 Meter breite Bauwerk herzustellen. Im Anschluss wird die neue Gemeindestraße gebaut, die mit Geh- und Radweg unter der Brücke durchführt. Ziel ist es, die Bauarbeiten im Frühjahr 2020 abgeschlossen zu haben.

Eine Brücke unter der Brücke

Im Auftrag der Gemeinde entsteht in Poing eine weitere Eisenbahnbrücke. Für den Bau dieser Brücke wurden im Sommer 2018 Hilfsbrücken auf dem bestehenden Bahndamm gebaut, auf denen die Bahn fahren kann. Dadurch kann unterhalb der Hilfsbrücken der Bahndamm abgetragen, das heißt, der Boden entfernt werden. Der Freiraum, der dadurch entstanden ist, wurde mit einem neuen Brückenbauwerk aufgefüllt. Unter den Hilfsbrücken ist also die neue Brücke entstanden. Während der anstehenden Sperrung werden die Hilfsbrücken entfernt und die neue Brücke angehoben. Durch den Einbau vom Schotterbett, den Schwellen und Schienen kann die Bahn nach dem langen Wochenende die Strecke wieder befahren.

Brückeneinschub

Als Ersatz für die Brücke an der Hammerbachstraße in Walpertskirchen ist in den letzten Monaten neben der alten Brücke bereits eine neue Brücke gebaut worden. An dem langen Wochenende wird diese in Präzisionsarbeit an die Stelle der alten Brücke geschoben.


**Update**: Ein Zeitraffer-Video zum Brückeneinschub in Walpertskirchen finden Sie hier. (19.11.2019)

Dieses Brückenteil wird während der Sperrpause Anfang November anstelle der alten Brücke eingeschoben.

Erneuerung in drei Schritten

Bei der Brücke über die Isen in Dorfen findet kein Brückeneinschub statt. Hier wird die Brücke in drei Stufen erneuert.

  1. Da das Gleis für die Züge aktuell nur im südlichen Teil der Brücke liegt, konnte im ersten Schritt der nördliche Teil der Brücke abgerissen und neu errichtet werden.
  2. Danach wurde das Gleis auf den neuen nördlichen Teil gelegt, damit der südliche Teil der Brücke erneuert werden konnte.
  3. Im dritten Schritt wird das Gleis wieder auf den südlichen Teil der Brücke, in die ursprüngliche Lage gelegt.
Der Blick von oben auf die Isenbachbrücke. Hier erkennt man, dass nur ein Teil der Brücke befahren wird, während an dem anderen Teil gebaut wird.
Anfang November werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Am Montag, den 4.11. sind die Arbeiten in Walpertskirchen und Dorfen abgeschlossen, der Schienenersatzverkehr ist aufgehoben und die Brücken sind für die Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) vorbereitet.

Weitere Informationen, auch zum Schienenersatzverkehr, finden Sie hier.

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