Fragen & Antworten

Auf dieser Seite finden Sie die Antworten auf häufig gestellten Fragen in Zusammenhang mit unserem Ausbauprojekt zwischen Tüßling und Freilassing.

1. Frage: Stehen die im Rahmen der Vorplanung ausgearbeiteten Maßnahmen für den Ausbau nun fest?

Die Planungen von Ausbauprojekten wie der ABS 38 durchlaufen mehrere Phasen. Bei der ersten Planungsphase, der sogenannten Vorplanung, haben unsere Planer untersucht, wie die Bahnstrecke für die Ziele des Bundes ausgebaut werden kann. An besonders herausfordernden Stellen arbeiten sie dafür verschiedene Varianten aus, die technisch realisierbar und wirtschaftlich sein müssen. Dazu gehört auch eine grobe Zeit- und Kosteneinschätzung. Nachdem unsere Planer diese Schätzungen zusammen mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Varianten abgewägt haben, haben wir als Vorhabenträger dem Bund eine Variante, die sogenannte Vorzugsvariante, empfohlen.

Bei der Entscheidung zum weiteren Vorgehen ist dem Bund allerdings auch die Meinung der Bürgerinnen und Bürger aus den angrenzenden Gemeinden wichtig. Deshalb stellen wir Ihnen die Ergebnisse der Vorplanung unter anderem auf dieser Website vor. Die Erkenntnisse aus unserem Dialog mit den Gemeinden entlang der Strecke geben wir anschließend an den Bund weiter.

In der darauffolgenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung arbeiten unsere Planer die Vorplanung konkreter aus. Zudem veranlassen sie weitere Untersuchungen, beispielweise zu den Auswirkungen auf die Umwelt oder dem zu erwartenden Schall. Parallel dazu erstellen sie alle nötigen Unterlagen, um das Projekt zu gegebener Zeit für das Planfeststellungsverfahren einzureichen. Erst nach der Genehmigung steht fest, ob und wie die Bahnstrecke ausgebaut wird.

2. Frage: Wie sieht der weitere Projektverlauf aus?

Im Anschluss an die Vorplanung folgt ab 2021 die parallel stattfindende Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Nach der Genehmigungsplanung reichen unsere Planer das Projekt für das sogenannte Planfeststellungsverfahren ein, um eine Baugenehmigung für den Ausbau zu erwirken. Dafür wird im Rahmen des Verfahrens sichergestellt, dass der Ausbau alle rechtlichen Vorgaben erfüllt und in dessen Rahmen alle öffentlichen wie privaten Auswirkungen abgewogen und berücksichtigt werden.

Insgesamt ist es unser Ziel, große Teile der gesamten Ausbaustrecke zwischen Mühldorf und Freilassing ab 2030 in Betrieb zu nehmen. In so einer frühen Planungsphase wie der Vorplanung handelt es sich dabei allerdings um eine erste grobe Zeitschätzung, die mit den voranschreitenden Planungen konkreter wird.

3. Frage: Wie kann ich mich als Bürgerin oder Bürger an dem Ausbauprojekt beteiligen?

Die an die Bahnstrecke angrenzenden Gemeinden an den Entscheidungen zu Ausbauprojekten zu beteiligen, ist sowohl für den Bund als auch für uns ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen die Planungsergebnisse auf dieser Website vor. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Planer im Dialog“ bieten wir Ihnen zudem die Möglichkeit, mit uns dazu in den Dialog zu treten.

Damit wollen wir sicherstellen, dass wir von Anfang an in die richtige Richtung planen. Nicht zuletzt befürworten wir deshalb auch örtliche Bürgerversammlungen sowie Planungsgruppen und bieten ihnen Unterstützung sowie fachliche Begleitung an.

Unabhängig von dieser frühen informellen Beteiligung können Sie sich auch im späteren Planfeststellungsverfahren beteiligen. Im Rahmen des Verfahrens können Sie die fertigen Pläne für den Ausbau einsehen und bei Bedarf Einwände dagegen erheben.

4. Frage: Habe ich einen Einfluss darauf, wie hoch/breit der Durchlass von erneuerten Brücken wird?

In diesem Fall wenden Sie sich am besten an Ihre Gemeinde bzw. den sogenannten Straßenbaulastträger der Brücke. Das kann die Gemeinde, der Landkreis, das Bundesland oder der Bund sein. Verlangt dieser daraufhin die Änderung einer Brücke, muss er nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz die Kosten dafür tragen.

5. Frage: Kann die Bahnstrecke in einen Trog oder einen Tunnel gelegt werden?

Wie alle Ausbauprojekte der DB finanziert der Bund die ABS 38 aus Steuergeldern. Dementsprechend sind wir dazu angehalten, nicht nur eine technisch realisierbare, sondern auch die wirtschaftlich sinnvollste Lösung auszuarbeiten. D.h. eine Lösung, die das beste Nutzen-Kosten-Verhältnis für den Bund und die Kunden der Strecke aufweist.

Unter Berücksichtigung der Örtlichkeiten und der Belange von Gemeinden erarbeiten unsere Planer bei Bedarf mögliche Alternativen, die ebenfalls dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit folgen. Anschließend schlagen wir als Vorhabenträger dem Bund eine Vorzugsvariante ein.

Übersteigt eine von Dritten vorgeschlagene Variante diese wirtschaftliche Vorzugsvariante, muss sich dieser um eine Finanzierung der Mehrkosten kümmern. Ist diese geklärt, können wir die gewünschte Variante anstelle der Vorzugsvariante bauen. Für einen Trog oder einen Tunnel sind jedoch Mehrkosten in Millionenhöhe zu erwarten, da die Strecke in solchen Fällen mit einem deutlich höheren zeitlichen Aufwand und Materialeinsatz aufwändig neu gebaut werden muss.

6. Frage: Habe ich einen Anspruch auf Schallschutz?

Bei einer wesentlichen Änderung von Schienenwegen wie bei der ABS 38 haben Anwohnerinnen und Anwohner einen rechtlichen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen. Diese sogenannte Schallvorsorge ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz geregelt. Die Grenzwerte für die Schallvorsorge unterscheiden sich je nach Gebietsklassifizierung (z.B. Gewerbegebiet, Kern-, Dorf- und Mischgebiete, Wohngebiete oder Gebiete um Krankenhäuser, Schulen, Kur- und Altenheime).

Dabei können sowohl aktive Maßnahmen wie Schallschutzwände an der Bahnstrecke als auch passive Maßnahmen wie Schallschutzfester am Haus eingesetzt und kombiniert werden. Da Schallschutzmaßnahmen grundsätzlich am besten direkt an der Schallquelle anzusiedeln sind, sind bei Ausbaustrecken wie der ABS 38 Schallschutzwände in der Regel das erste Mittel der Wahl.

Ob und welche Maßnahmen in welchen Bereichen an der ABS 38 zum Einsatz kommen, geht aus einem Gutachten hervor, dass ein externer Schallschutzexperte im Rahmen der anstehenden Entwurfsplanung erstellt.

7. Frage: Wie viele und welche Züge werden nach dem Ausbau auf der Strecke erwartet?

Der Zugverkehr wird durch von uns unabhängige Verkehrsunternehmen gefahren, die lediglich die Trassenbefahrung bei der DB Netz bestellen. Der Schienenpersonennahverkehr in Bayern wird beispielsweise von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft geplant und finanziert.

Daher können wir Ihnen leider keine Auskunft darüber geben, wie viele Personennah-, Fernverkehrs- und Güterzüge auf der Strecke künftig fahren werden. Dies ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans 2030 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

8. Frage: Mit welcher Streckengeschwindigkeit werden die Züge nach dem Ausbau der Strecke fahren?

Da unser Ausbauprojekt mit einer Streckengeschwindigkeit von bis zu 160 km/h im Bundesverkehrswegeplan aufgelistet und darin im vordringlichen Bedarf eingestuft ist, planen wir mit dieser Geschwindigkeit.

9. Frage: Werden die Bahnhöfe und Haltepunkte barrierefrei ausgebaut?

Alle Bahnhöfe und Haltepunkte entlang der Bahnstrecke im Rahmen des Ausbaus barrierefrei auszubauen, ist eines unserer Ziele. Welche davon tatsächlich barrierefrei ausgebaut werden, entscheidet unser Auftraggeber, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Dies orientiert sich einerseits an der sogenannten 1.000er-Regel. Demnach muss bei 1.000 oder mehr Reisenden pro Tag eine Barrierefreiheit hergestellt werden. Das Verschlechterungsverbot besagt andererseits, dass eine nachträgliche Veränderung keine Verschlechterung bewirken darf. Dementsprechend wird die Entscheidung von Fall zu Fall getroffen.

10. Frage: Was passiert, wenn der Ausbau ein Grundstück von mir tangiert?

Da das zweite Gleis unmittelbar neben das bestehende Gleis gebaut wird und sich dieses auf Bahngrund befindet, benötigen wir voraussichtlich nur sehr wenig langfristig weiteren Grund.

Lediglich während der Bauzeit können für Böschungen, Baustelleneinrichtungen und eventuell erforderliche Instandhaltungswege an manchen Stellen geringfügige Flächenanteile, die über den Bahngrund hinaus gehen, nötig sein. In einem solchen Fall nehmen wir frühzeitig Kontakt mit Ihnen auf, um Möglichkeiten für eine Ersatzfläche oder eine finanzielle Entschädigung zu besprechen.

11. Frage: Wann kann ich die angekündigten 3D-Visualisierungen der Planungen einsehen?

Nachdem der von uns beauftragte Dienstleister in den Anfängen der Planungen damit begonnen hat, diese für den Ausbau zwischen Tüßling und Freilassing zu visualisieren, konnte er den Planungsfortschritt noch nicht vollständig einarbeiten. Sobald dies der Fall ist, veröffentlichen wir sie auf unserer Website und informieren Sie darüber.

In der Zwischenzeit erhalten Sie mithilfe der interaktiven Karte und den Informationen auf dieser Website einen genauso guten Überblick über die geplanten Maßnahmen.

12. Frage (zu PFA 3.1.): Welche der beiden Varianten der Tüßlinger Kurve wird im Rahmen des Ausbaus realisiert?

Für die Realisierung der Tüßlinger Kurve haben unsere Planer eine kürzere und eine längere Variante untersucht. Nachdem sich die Kommunalpolitik beim Bund für eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Anwohnerinnen und Anwohner der Gemeinde sowie der Umwelt für die kürzere Variante eingesetzt hat, hat der Bund dieser, von uns vorgeschlagenen Variante zugestimmt.

Das Ziel dieser eingleisigen Verbindungskurve bei Tüßling ist es, (Güter-) Zügen auf der Strecke von Burghausen einen direkten Anschluss Richtung Süden zu ermöglichen und den Umweg über Mühldorf zu ersparen.