Fragen & Antworten

Auf dieser Seite finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen in Zusammenhang mit dem Planfeststellungsabschnitt 1.4.

Planung und Genehmigung

Wie ist der aktuelle Stand im Abschnitt 1.4 und was sind die nächsten Schritte?

Für den Streckenabschnitt 1.4 (westliches Stadtgebiet Dorfen) wird die Bahn Ende des Jahres 2020 die Genehmigungsunterlagen zur Prüfung beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als zuständiger Genehmigungsbehörde einreichen. Das EBA prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und kann Änderungswünsche vortragen. Erst wenn alle Änderungen eingearbeitet sind, startet das Genehmigungsverfahren. Den Ablauf des Verfahrens können Sie auch der Infografik in der Broschüre zum Genehmigungsverfahren entnehmen.

Je nach Dauer des Genehmigungsverfahrens ist mit einer Fertigstellung und Inbetriebnahme des Abschnitts 1.4 voraussichtlich in den Jahren 2028 bis 2029 zu rechnen.

Warum wird der Abschnitt 1.4 als erstes eingereicht?

Der Abschnitt 1.4 ist einer von sieben Planfeststellungsabschnitten im Bereich Markt Schwaben–Ampfing (Planungsabschnitt 1 der ABS 38). Mit 4,8 Kilometern Länge ist es einer der kürzesten Abschnitte, der zudem wenige und unkompliziertere Brückenbaumaßnahmen enthält. In 2021 und 2022 werden sukzessive die anderen Abschnitte für das Genehmigungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht.

Wie läuft das Genehmigungsverfahren ab?

Es gibt zwei Wege zur Baugenehmigung. Das Verfahren bis zur Erörterung und dem Abschluss der Anhörung ist das gleiche. Dann folgen die Abwägung der im Anhörungsverfahren erörterten Interessen, Belange, Schutzgüter und der Beschluss zur Baugenehmigung - entweder als Verwaltungsentscheidung des EBA (Planfeststellungsbeschluss) oder in Form einer Entscheidung des Deutschen Bundestages (Maßnahmengesetz). Letzterer Weg wird gewählt, wenn damit - im Interesse des Allgemeinwohls - eine Beschleunigung bei Abwägung und Beschluss erreicht werden kann. Den Ablauf des Verfahrens können Sie auch der Infografik in der Broschüre zum Genehmigungsverfahren entnehmen.

Welche Einwendungsmöglichkeiten haben Anlieger?

Wenn das Genehmigungsverfahren eingeleitet worden ist, werden die Unterlagen für den Streckenabschnitt für die Dauer von einem bis drei Monaten zu jedermanns Einsicht ausgelegt. Wo und wann genau die Auslegung stattfindet, wird im Amtsblatt der Stadt bekannt gemacht und zusätzlich auf unserer Projektwebsite www.abs38.de mitgeteilt.

Privatpersonen haben die Möglichkeit, Einwendungen schriftlich oder zur Niederschrift bei der Anhörungsbehörde einzureichen. Diese werden im sogenannten „Erörterungstermin“ unter Leitung der Anhörungsbehörde mit dem Vorhabenträger besprochen.

Das Ergebnis des Anhörungsverfahrens ist für die Planfeststellungsbehörde (EBA) beziehungsweise den Bundestag Grundlage für Abwägung und Entscheidung.

Wie sind die Verantwortlichkeiten von Bahn und Stadt Dorfen?

Drei Eisenbahnüberführungen (Embach, Esterndorf, Anning/Flutöffnung) im Abschnitt 1.4 sind Kreuzungen der Bahnlinie München–Mühldorf–Freilassing mit kommunalen Straßen der Stadt Dorfen. Zuständiger Straßenbaulastträger und Kreuzungspartner der Bahn ist somit für alle drei Kreuzungen die Stadt Dorfen.

Die Stadt Dorfen muss sich gemäß EKrG § 12 an den Planungs- und Baukosten beteiligen, wenn sie ein Verlangen für die künftigen Brückenbauwerke äußert. Für die o.a. Eisenbahnüberführungen hat die Stadt kein Verlangen geäußert.

Wie laufen die Bauphasen ab?

Die voraussichtliche Bauzeit für den gesamten Planfeststellungsabschnitt 1.4 beträgt circa vier Jahre und ist aktuell für die Jahre 2025 bis 2028 vorgesehen. Das Vorhaben gliedert sich in folgende Bauphasen:

Bauphase 1
In der ersten Bauphase kommt es zur Erneuerung der Brückenbauwerke und Durchlässe. Dabei werden alle neuen Bauwerke für das spätere zweite Gleis ausgelegt und vorbereitet. Hierbei werden im Vorfeld die Baustelleneinrichtungsflächen für die entsprechenden Brückenbaustellen hergerichtet. Die Brückenbauwerke werden größtenteils neben der Bahnstrecke errichtet und während einer Sperrpause (Sperrung der Bahnstrecke) in ihre Endlage verschoben. Die Auswirkungen auf den Bahnbetrieb durch Vollsperrungen sind durch das gleichzeitige Einschieben mehrere Brücken so gering wie möglich gehalten.

Bauphase 2
Jetzt beginnen die Erdarbeiten zur Verbreiterung der bestehenden Bahndämme und Einschnitte für das zweite Gleis. Dabei sind aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse Bodenverbesserungsmaßnahmen vorgesehen.

Bauphase 3
Es folgt die Herstellung des zweiten Gleises mit Installation der dafür notwendigen Leit- und Sicherungstechnik (LST) und Schallschutzwänden. Das neue Gleis wird mittels zweier Weichenverbindungen an den Enden des Planfeststellungsabschnittes mit dem Bestandsgleis verbunden.

Bauphase 4
Nach der Inbetriebnahme des zweiten Gleises wird das bestehende alte Gleis für den Schienenverkehr stillgelegt und demontiert. Es folgen weitreichende Bodenverbesserungsmaßnahmen, um den Baugrund unter dem alten Gleis zu ertüchtigen.

Bauphase 5
Nun wird der neue Oberbau im Bereich der Bestandsgleise hergestellt und die LST-Einrichtungen für den zweigleisigen Betrieb errichtet.

Bauphase 6
In Bauphase 6 wird das sanierte Bestandsgleis in Betrieb genommen. Die Oberleitung wird nach dem zweigleisigen Ausbau der benachbarten Abschnitte errichtet.

Wie wurde die Öffentlichkeit über das Vorhaben informiert?

In öffentlichen und nicht-öffentlichen Stadtratssitzungen oder Bürgerversammlungen hat die Bahn seit 2014 das Vorhaben zum Ausbau im PFA 1.4 in der Stadt Dorfen der Öffentlichkeit vorgestellt. Präsentationen dazu finden Sie im Downloadbereich unserer Projekthomepage.

Zuletzt hat die Projektleitung in einer virtuellen Informationsveranstaltung am 4. November 2020 über die Ausbaumaßnahmen berichtet und stand für Fragen zur Verfügung. Die Präsentation zum Webcast finden Sie hier.

Kann die Alternativvariante für den Bereich Dorfen Stadt (PFA 1.5) trotzdem noch umgesetzt werden?

Ja, die Grenze der beiden aneinander liegenden Planfeststellungsabschnitte ist so gewählt, dass für den Bereich östlich des nun eingereichten Abschnitts beide Varianten möglich bleiben: die DB-Vorzugsvariante ebenso wie die Alternativvariante des Verkehrsplaners Dr. Vieregg.

Was passiert mit den bestehenden Kreuzungen im Streckenabschnitt?

Fünf bestehende Eisenbahnüberführungen im Bereich zwischen Embach und Lappach werden im Rahmen des Projekts ABS 38 für das zweite Gleis erweitert. Konkret sind dies:

  • km 41,054 Embach
  • km 41,258 Geiselbach
  • km 41,716 Esterndorf
  • km 42,930 Anning/Flutöffnung
  • km 44,908 Lappach
Wie wird Umwelt- und Naturschutz in den Planungen berücksichtigt?

Alle Belange des Umwelt- und Naturschutzes werden bereits während der Planungen berücksichtigt. Dazu gehört zum Beispiel auch die Untersuchung der Pflanzen- und Tierwelt mitsamt ihren Lebensräumen. Bei einer ausführlichen Umweltkartierung wurden entlang der Strecke über einen Zeitraum von einem Jahr alle relevanten Pflanzen- und Tierarten sowie deren Lebensräume betrachtet und erfasst. Dadurch ergibt sich ein sehr genauer Überblick über die Flora und Fauna im Bereich der Strecke und entsprechende Maßnahmen zum Schutz, insbesondere zu Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen, werden daraus abgeleitet.

Im Ergebnis der umweltplanerischen Arbeiten stehen diverse Unterlagen, die durch die Genehmigungsbehörde geprüft werden. Zu diesen Unterlagen gehören beispielsweise der Landschaftspflegerische Begleitplan und die Umweltverträglichkeitsstudie als wesentliche naturschutzfachliche Unterlagen; in den genannten Unterlagen werden die Eingriffsermittlung durchgeführt, die Kompensationsmaßnahmen geplant und die umweltrelevanten Ergebnisse der übrigen Unterlagen dargestellt.

Schall- und Erschütterung

Werden in dem betroffenen Bereich Schallschutzmaßnahmen umgesetzt?

Im Rahmen der Planung haben externe Schallgutachter ein umfangreiches Schall- und Erschütterungsgutachten erstellt. Aus diesem wurden konkrete Maßnahmen abgeleitet, um die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung einzuhalten.

Im Bereich Esterndorf sind etwa 345 Meter Schallschutzwand mit einer Höhe von circa 3 Metern vorgesehen sowie circa 282 Meter Schallschutzwand mit einer Höhe von 4 Metern über Schienenoberkante. Darüber hinaus wird es in den Bereichen Esterndorf, Anning und Lappach ein besonders überwachtes Gleis (BüG) auf einer Länge von insgesamt rund 2.000 Metern geben.

Außerdem wird es voraussichtlich 30 Wohneinheiten auf 13 Anwesen mit Anspruch auf passiven Schallschutz geben.
Die geplanten Maßnahmen zum Schallschutz zwischen Embach und Anning können Sie auch der Übersichtskarte entnehmen.

Was bringt das besonders überwachte Gleis (BüG)?

Das „besonders überwachte Gleis“, abgekürzt BüG, ist eine Maßnahme zur Lärmminderung. Beim BüG werden die Schienen in einem besonderen Verfahren geschliffen und in regelmäßigen Abständen von einem Schallmesszug auf ihre akustische Qualität überprüft.

Das „besonders überwachte Gleis“ setzt an der Quelle des Schienenverkehrslärms an: der Oberfläche der Schiene. Je glatter die Oberfläche des Schienenkopfes ist, desto geringer ist die Schallemission eines Zuges auf diesem Gleis. Ergibt sich eine Abweichung der Vorgaben, wird nachgeschliffen. Durch das besonders überwachte Gleis kann die Höhe der Schallschutzwände reduziert werden.

Wer hat Anspruch auf Schallschutz?

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) regelt unter anderem den Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrs- und Baugeräusche. Demnach ist beim Neubau oder der wesentlichen Änderung eines vorhandenen Verkehrsweges sicherzustellen, dass keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden, die nach dem Stand der Technik vermeidbar wären. Allerdings müssen Kosten und Nutzen dabei in einem angemessenen Verhältnis zueinanderstehen.

Beim Bau oder der wesentlichen Änderung eines Schienenweges ist sicherzustellen, dass der Beurteilungspegel einen Immissionsgrenzwert, festgelegt in der 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung (16. BImSchV), nicht überschreitet:

  • Tag
  • Nacht
  • 1.
  • an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen und Altenheimen
  • 57 Dezibel (A)
  • 47 Dezibel (A)
  • 2.
  • in reinen und allgemeinen Wohngebieten und Kleinsiedlungsgebieten
  • 59 Dezibel (A)
  • 49 Dezibel (A)
  • 3.
  • in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten
  • 64 Dezibel (A)
  • 54 Dezibel (A)
  • 4.
  • in Gewerbegebieten
  • 69 Dezibel (A)
  • 59 Dezibel (A)
Wieso erhalten nicht alle Anlieger entlang der Strecke Schallschutzwände?

Manchmal können aktive Maßnahmen, wie Schallschutzwände, aus technischen oder topografischen Gründen oder aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnismäßigkeit nicht realisiert werden. Gemäß dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit müssen die Kosten einer Schallschutzmaßnahme stets angemessen zu ihrer Wirksamkeit sein. Wirksam heißt: größtmöglicher Nutzen. Der Nutzen wird über den Begriff der gelösten Schutzfälle definiert. Dabei versteht man unter einem Schutzfall eine Wohneinheit mit einer Pegelüberschreitung.

Wenn aktiver Schallschutz nicht ausreicht, um die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten, oder eine Schallschutzwand aus oben genannten Gründen nicht infrage kommt, dann hat der Eigentümer eines betroffenen Gebäudes einen Anspruch auf passive Schallschutzmaßnahmen, für die die Deutsche Bahn zu 100 Prozent die Kosten übernimmt.

Gibt es auch während der Bauzeit Schallschutzmaßnahmen?

Schon während der Bauzeit wird es Maßnahmen zum Schall- und Erschütterungsschutz für die Anwohner geben. Dazu gehören Maßnahmen bei der Einrichtung der Baustelle, die Beschränkung der Betriebsdauer und die Überwachung des Baulärms durch aktives Baulärmmanagement.

Was versteht man unter aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen?

Bei Maßnahmen zum Schallschutz unterscheidet man zwischen aktiven und passiven Maßnahmen. Als aktiv werden Maßnahmen direkt an der Strecke bezeichnet. In aller Regel sind das Schallschutzwände oder Maßnahmen am Gleis.
Bei passiven Maßnahmen hingegen werden Änderungen an den betroffenen Gebäuden vorgenommen, beispielsweise Schallschutzfenster eingebaut. Auf passive Maßnahmen wird nur dann zurückgegriffen, wenn aktive Maßnahmen nicht möglich oder nicht wirtschaftlich umsetzbar sind.