Ob aus dem Büro oder von Zuhause – der Bahnausbau geht weiter

Die andauernden Kontaktbeschränkungen stellen uns alle vor große Herausforderungen. Doch es zeigt sich: Der Bahnausbau kann auch effektiv vom selbst disponierten Arbeitsplatz aus geplant werden. Allerdings bedeutet das eine Umstellung. In einem Blick hinter die Kulissen berichten einige Mitarbeiter über Veränderungen in ihrem Arbeitsalltag.

Das Arbeiten von Zuhause bezeichnen manche als Fluch, andere als Segen. Einige können Zuhause produktiver arbeiten und haben gleichzeitig weniger Stress und mehr Zeit für die Familie. Am selbst disponierten Arbeitsplatz verschwimmen aber auch die Arbeitszeiten mit dem Privatleben und es fehlt der soziale Kontakt im Büro. Für manche fallen die Arbeitszeiten mit den Herausforderungen im eigenen Haus zusammen, die Belastung wächst und es wird schwieriger, sich zu konzentrieren. Zurzeit besteht jedoch kaum Wahl zwischen den Alternativen. Bei der ABS 38 sollen die Planungen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenn möglich von Zuhause aus ablaufen, damit sich das Corona-Virus nicht weiter ausbreitet während der Bahnausbau weiter voranschreitet. Manche Aufgaben können jedoch nur aus dem Büro erledigt werden. Deshalb fährt Dokumentenmanager Khalil noch täglich dort hin um alle betriebsbedingten Tätigkeiten wie Scannen oder Plotten vor Ort auszuführen. Dem Vorgesetzten muss er dazu allerdings vorher Bescheid geben und die Genehmigung einholen.

Im Büro gelten strenge Hygienevorschriften: Khalil desinfiziert zuerst seine Hände, bevor es an die Arbeit geht. Auch die Aufzüge dürfen nur „one-way“ genutzt werden.

Ein leeres Büro

Khalil ist bei der ABS 38 mit zwei weiteren Kollegen nun schon seit etwa zwei Jahren für das Dokumentationsmanagement zuständig. Doch zurzeit sitzt er allein in ihrem Dreierbüro. Er ist einer der wenigen von knapp 70 Mitarbeitern der ABS 38, die noch täglich zur Arbeit ins Büro fahren. „Es spukt hier“, sagt Khalil über das leere Büro. Er vermisst den persönlichen Austausch mit den Kollegen, mit denen er jetzt nur noch per Audio- oder Videocall sprechen kann. Allerdings ist das kein Hindernis für das Projekt, meint Khalil: „Das Kommunizieren über MS Teams funktioniert einwandfrei“. Alles kann jedoch nicht digital erledigt werden, zum Beispiel das Einscannen der Dokumente, die per Post an das Büro der ABS 38 geschickt werden. Deshalb muss ein Mitarbeiter des Dokumentationsmanagements stets aus dem Büro arbeiten, um die Papiere einzuscannen und in das System einzuspeisen, damit diese Dokumente von den Kollegen weiterbearbeitet werden können. Die klassischen Arbeitsaufgaben von Khalil haben sich jedoch durch die physische Abwesenheit seiner Kollegen im Büro noch etwas erweitert. Dazu gehört ein täglicher Rundgang durch das Büro, bei dem er stets die Blumen auf den Schreibtischen der abwesenden Mitarbeiter gießt.

Einarbeitung per Videoanruf und E-Mail

Khalil ist auch für die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter in das Dokumentationsprogramm zuständig. So hat er auch Andrea geschult, die nun seit fünf Monaten als Projektingenieurin im Team der ABS 38 arbeitet. Nach einem Masterstudium Mobilität und Verkehr in Aachen und einer Stelle als Verkehrsingenieurin bei einer Verkehrsplanung in Frankfurt führte ihr Weg zur Deutschen Bahn. Ihr Einstieg in Zeiten von Kontaktbeschränkungen war ungewöhnlich. An ihrem ersten Arbeitstag waren die meisten Kolleginnen und Kollegen schon nicht mehr im Büro. „Ich hatte 100 Quadratmeter für mich allein“, scherzt Andrea, aber für die Einarbeitung sei das kein Problem gewesen. Zwar war Andrea im April und Mai noch zeitweise im Büro, die Schulung mit Khalil konnte so noch persönlich stattfinden. Doch meist schulten sie ihre Kollegen vom selbst disponierten Arbeitsplatz per Video und E-Mail. Das hätte gut funktioniert, meint Andrea, aber das Sozialleben im Büro fehle trotzdem. Es sei schwieriger, bei einer Online-Konferenz mit Kollegen zu diskutieren, die man noch nie persönlich getroffen hat. Sie freut sich deshalb schon darauf, wenn wieder aus dem Büro gearbeitet werden kann.

Das Kommunikationsteam hat Andrea per Videocall von Zuhause aus ihren Arbeitsbereich vorgestellt. Zuvor bespricht sich Kommunikationsexpertin Isabelle mit ihren Kollegen.

Neue Arbeitsmodelle? – Kein Problem

Wann und ob es einen wie bisher bekannten Büroalltag geben wird, ist bisher noch fraglich. An das Arbeiten von Zuhause muss man sich wohl vorerst gewöhnen. Genauso an Regeln zu Mindestabständen und weiteren Hygienevorschriften im Büro. Um das zu meistern, ist manchmal Kreativität gefragt. So wie bei Stefanie aus dem Kommunikationsteam, die sich oft gleichzeitig um ihre E-Mails und ihren Sohn kümmern muss, bevor der nächste Videocall beginnt. Doch bei der ABS 38 wird den Mitarbeitern viel Verständnis entgegengebracht, die Arbeitszeit selbstverantwortlich einzuteilen. Es bleibt spannend, wie das neue Arbeitsleben in Zukunft aussehen wird. Fest steht jedoch: der Bahnausbau bei der ABS 38 läuft weiter, sowohl von Zuhause als auch aus dem Büro.

Bei sich zu Hause an ihrem selbst disponierten Arbeitsplatz liest Stefanie gemeinsam mit ihrem Sohn ihre E-Mails.

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